Erleuchtung ist... 2-2
Lass mich dir das mit einem Vergleich erklären: Wenn du etwas schmeckst, z. B. wenn du einen Apfel isst, wo ist der Geschmack? Wir denken, der Apfel hat einen eigenen Geschmack. Du beißt hinein, und du schmeckst. Aber du schmeckst es womit? Mit dem Mund und mit all den Sinneszellen darin. Aber woher kommt der Geschmack? Woher fühlst du die Süße des Apfels? Wir können nicht sagen, dass es der Apfel ist, weil wir es noch nicht wissen. Du kostest den Apfel und das Apfelstück wandert in deinen Mund und von dort in die Speiseröhre und schließlich in den Magen. Und du fühlst die Süße und das Signal über diesen Geschmack wird an dein Gehirn gesendet. Also, wo ist der Geschmack? Anders gesagt: Die Informationen über all die Geschmäcker, Gefühle etc. sind als Geschmacksbibliothek in unserem Computer, in unserem Gehirn, abgespeichert. Und wenn sich die beiden getrennten Dinge, der Apfel und du, berühren – d. h., wenn du den Apfel isst –, dann wird die Information, die du schon in deiner Geschmacksbibliothek hast, abgerufen, und dann erst erkennst du den Geschmack des Apfels. In diesem Sinne sage ich, der Geschmack ist nicht real.
Ich weiß, dass es nutzlos ist, darüber zu reden. Denn dieses Wissen lässt sich mit Sprache nicht vermitteln. Trotzdem versuche ich es.
Wenn ich TOCK-TOCK mache, dann will ich euch mein Wissen mitteilen, dann versuche ich euch aufzuwecken, weil Reden nur ständig neue Geschichten und neue Geschichten und neue Geschichten erzeugt. Das heißt, mit Reden fütterst du die ganze Zeit dein sogenanntes Ego (obwohl ich den Begriff „Ego“ nicht sonderlich mag) und machst es groß. Groß, weil das Wort uns glauben lässt: Ich weiß dies, ich weiß das, ich weiß jenes usw. Aber das bringt gar nichts.
