Erleuchtung ist... 3-2
Wir haben alle unterschiedliche Formen, aber wir kommen alle aus dem Einen. Oder anders ausgedrückt:
Was ist nicht Buddha? Wahrlich alles! Da ist kein Himmel und Erde. Alles ist das. TOCK-TOCK. Nicht mehr.
Aber nochmal, was immer du dir vorstellst, das ist es nicht. Ich verspreche dir das.
Die Erfahrung der Erleuchtung ist das wichtigste. Wenn du nun zufällig oder weil es dein Karma ist, einen
Zen-Meister triffst und zu hundert Prozent glaubst, was er sagt, so ist Erleuchtung auch möglich. Aber sie hat
keine Kraft, weil du von deinem Lehrer abhängig bist. Du musst es eines Tages selbst erfahren mit deinem ganzen
Körper. Und dann: Aha! Das kann keiner mit Worten oder irgend sonst erklären. Das habe ich ja schon mehrfach
betont. Du wirst es ganz klar wissen, wenn du nach drüben gesehen hast: All die Meister, all die Buddhas wollen
dich aufwecken, besonders dich, damit du in diese Welt kommst. Glaube einfach zu hundert Prozent.
Nachdem du erwacht bist, brauchst du Training, einen Wechsel in der Gewohnheit. Das geht, indem du einfach das,
was unangenehm ist, angenehm machst. Und indem du deine Gewohnheit änderst, dich als Sklave der Welt zu fühlen
anstatt als ihr Gestalter. Das ist alles. Darum brauchst du nach der Erleuchtung Training. Tatsächlich ist schon jeden
Tag zu leben Training. Alles geht automatisch. Das ist natürlich. Natürlich bedeutet, es geht automatisch. Nicht so,
als ob du die nächste Jahreszeit bewusst herbeiführen könntest. Nein, alles geht seinen natürlichen Gang. Genauso
wie deine Körperfunktionen. Du isst etwas, es wandert in deinen Körper, dort wird alles automatisch verdaut und
schließlich scheidest du es wieder aus. Und alles wird recycelt. Auch das, was du tust, was du denkst.
Dieser Platz, TOCK-TOCK, ist dein Platz. Dieser Platz ist dort, wo du sitzt. Nach dem Erwachen gibt es nur:
die ganze Zeit dort sitzen. Das ist Buddha‘s Platz. Jetzt. Hier. Benutze nicht deinen Verstand. Wir haben genug getan.
Ich, du, jeder hat genug getan. Mit unserem Navigationsgerät, unserem Gehirn, kannst du den Ort nicht finden.
Du musst den Dingen ihren natürlichen Lauf lassen. Versuche nicht, alles zu kontrollieren.
Es gibt das Mahamudra-Lied. Es besagt: „Mach dir keine Vorstellungen, denke weder an die Vergangenheit noch an
die Zukunft, versuche nichts zu kontrollieren und ruhe einfach.“ Und das ist alles. Ich würde sagen, das ist die
Faulheits-Meditation. Das ist Seon/Zen. Faulheit, aber mit Sehnsucht. TOCK-TOCK. Das ist es. Nicht mehr.
Alles kommt daher. Ich versprechs dir.
Deshalb kann man nach der Erleuchtung nichts finden, was nicht ES ist. Wenn du auch nur ein Staubkorn findest,
das nicht wahr ist, nicht Buddha ist, dann ist es falsch. Nach der Erleuchtung musst du den Meister nicht mehr fragen,
weil du es zu hundert Prozent erkennen wirst. Wenn du dich fragst oder wunderst, ob es das war oder nicht, dann war
es nicht die richtige Erfahrung. Nach dem Erwachen musst du ehrlich zu dir sein, das ist alles. Und dann gehst du
deinen Weg,
frei und natürlich.
