Erleuchtung ist... 1-3



Das bedeutet Folgendes: dein Computer ist kaputt – „Oh, dieser Computer macht mich wahnsinnig!“ – und du suchst nach Lösungen, ihn wieder zu reparieren, indem du rumprobierst: Vielleicht ist es dieses Problem, vielleicht jenes Problem. Nach dem gleichen „Such“-Prinzip funktionieren auch die buddhistischen Sutren und Bücher: Ok, probiere diese Pille. Oh, sie hilft nicht. Dann vielleicht diese … und so weiter.

Was aber am besten hilft, ist dies: Zieh einfach den Stecker. TOCK! Das ist Abkoppeln. Danach erkennst du, dass es gar keinen kaputten Computer gibt. Der Name des Steckers ist „Ego“. Aber auch das ist zu viel gesagt und gedacht. TOCK. Einfach abkoppeln. Und dann erkennst du, dass es gar kein Problem gibt. Wie einfach!

Du hast keine Vorstellung, was ein Computer ist, wer du wirklich bist, und versuchst, dich mit all der Medizin zu heilen, und es kostet dich eine Menge Zeit. Oder: einfach abkoppeln. TOCK. Abkoppeln.

Versuchst du, dich zu heilen, ist das verrückt. Entkopple dich und fühle dich angenehm, das ist Buddha. Sehr einfach. TOCK. Das bist du!

Auch wenn es seltsam klingt: Leg deinen Verstand, dein Ego ab! Egal wie clever du bist, leg es ab. Lass es los.

Vielleicht ärgerst du dich, dass du keine Erleuchtung findest. Aber wenn du einfach glaubst: Das bin ich, wir sind das, dann bist du das, dann sind wir das. Nicht nur ich.

Vielleicht versuchst du auch angestrengt, ein großer Meister zu werden, sei es ein Kung Fu-Meister, ein Qi Gong-Meister, ein Heiler oder was auch immer.

Ich habe früher auch Leute geheilt. Ich glaubte daran. Ich war sehr stolz darauf, Leute heilen zu können. Aber ich war zugleich immer demütig und mir war bewusst, dass ich kein Gott bin. Heilen war wie Mund-zu-Mund-Beatmung bei einem Bade­unfall. Jeder kann das tun. Das war mein Karma. Mein Karma führte mich die ganze Zeit.

Ich lehrte auch Zen, wenngleich ich nicht genau wusste, was Erleuchtung ist und ich nicht sicher war. Mein Karma machte mich zum Zen-Meister, obwohl ich mich scheute, mich selbst Zen-Meister zu nennen. Und wenn ich meinen Mund öffnete und zu Menschen in Englisch sprach – obwohl Englisch nicht meine Muttersprache ist – dann war ich überzeugt, dass nicht ich redete, sondern etwas durch mich die Wahrheit ausdrückte. Dadurch konnte ich sehr demütig sein. Und ich machte mein Ego immer klein. Dadurch konnte ich mich davor schützen, zu denken, ich sei Gott.

Und wenn ich Leute heilte, konnte ich sehen, dass sie wirklich Hilfe benötigten. Die Menschen wussten sich nicht mehr zu helfen. Aber unglücklicherweise kam deren Krankheit von ihrem Geist, d. h. vom Denken. Normale Krankenhäuser können das nicht heilen. Als mich diese Menschen sahen, wussten sie tief in ihrem Inneren, dass ich ihnen helfen konnte. Ich sagte dann zu den Patienten: „Ich mache das Gleiche wie Mund-zu-Mund-Beatmung. Ich heile dich nicht, du hilfst dir selbst, nicht ich. Und ja, du hast Glück, dass ein Heiler wie ich da ist. Aber wenn ich nicht hier wäre, würdest du jemand anderen treffen, der dich heilt, und nicht mich.“

Damals dachte ich: Wenn ich so weitermache und nur lange genug Menschen heile und kon­sequent meditiere, dann werde ich schlussendlich Buddha. Ich glaubte so fest daran. So viele Jahre. Ich ging in gewisser Weise einen falschen Weg. Nach einer langen Zeit, – ich war älter geworden – kam ich zurück nach Korea. Und dann zufällig, TOCK, fand ich es. Dass ich nichts weiß. Dieses Erwachen ist etwas mehr als ein Jahr her. Seitdem veränderten sich meine Gewohnheiten. Aber darauf will ich jetzt nicht weiter eingehen.


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