Erleuchtung ist so einfach, und darum so schwer 1-1
1 – Einleitung / Was ist eigentlich Erleuchtung?
Die Kernaussage dieser Dharma-Rede
ist: Ich bin ein Buddha. Da ist kein Anfang und kein Ende. Nur: Ich bin ein
Buddha. Das ist Seon (Zen), koreanisches Seon (Zen).
Viele Leute werden jetzt denken, dass
ich verrückt bin. Ja, ich bin verrückt oder ich bin ein Buddha. Genauso wie du.
Wenn du nicht glaubst, was ich sage, bin ich verrückt. Wenn du es glaubst, dann
bin ich ein Buddha. Genauso wie du.
Das ist die Kernaussage eines jungen
Mannes, der vor 2.500 Jahren in Indien lebte, Shakyamuni Buddha. Und es war sehr
freundlich von ihm, diesen Hinweis auf die Wahrheit zu hinterlassen, bevor er
ging. Man kann diese Wahrheit nicht wirklich mit Worten oder Sprache erklären,
nur so: Ich bin ein Buddha. TOCK (Zimo
schlägt mit dem Stock auf den Tisch). Das ist alles. Ich weiß, das klingt
sehr seltsam. Aber wenn du dir meine Dharma-Rede immer wieder anhörst, dann
wirst du eines Tages begreifen, was die Wahrheit ist und weshalb du diesen
Klang hören kannst. TOCK.
Die Erfahrung der Wahrheit, die man
Erleuchtung nennt, die auch Shakyamuni Buddha vor langer Zeit machte, ist kein
Ort, an den man hingehen kann. Selbst Buddha kann das nicht. Man kann nur
sagen: Wie zufällig wird die Erleuchtung eines Tages zu dir kommen. Du wirst
sie mit dem gleichen Gefühl erfahren wie Buddha, mit deinem ganzen Körper,
nicht mit deinem Verstand. Die Art und Weise der Erleuchtung wird nicht genau
gleich sein, aber das Gefühl.
Wenn du Erleuchtung erfahren hast,
dann weißt du, was „Aha!“ bedeutet. Und dann erkennst du, dass es sehr
freundlich von Buddha war, uns nach seiner Erleuchtung Hinweise auf die
Wahrheit in Form von Reden zu hinterlassen. Auch wenn Buddha‘s Reden in
Wirklichkeit von seinen Schülern nach seinem Tod abgefasst wurden und zu einem
Buch mit 84.000 Sutren anwuchsen.
Aber wenn du glaubst, du kannst
Erleuchtung erlangen, indem du dieses Buch mit 84.000 Sutren liest, dann liegst
du falsch. Du kannst das Buch erst verstehen, wenn du erleuchtet bist. Vorher
ist es nutzlos.
Du kannst natürlich Buddha‘s Reden wie
eine Art Märchenbuch lesen und versuchen, dir den Sinn erklärlich zu machen.
Aber das macht es nur schlimmer. Es ist sinnlos. Es ist tölpelhaft. Und es
führt lediglich dazu, dass dein Ego eine große Story daraus macht.
