Erleuchtung ist... 4-7



Nimm an, du hast keine guten Augen und gehst in ein Brillengeschäft. Du setzt eine Brille auf und prüfst, ob du damit gut sehen kannst oder nicht. Du siehst etwas vor dir, meinetwegen einen Kugelschreiber oder einen Computer oder sonst etwas. Was du siehst, ist nicht wichtig, du willst nur prüfen, ob du mit dieser Brille scharf sehen kannst.

Sag mir, was Buddha ist? Antwort: Der Baum im Garten. Frage und Antwort sind völlig verschieden. Aber es ist genauso wie im Brillenladen, wenn du mit der Brille nach außen blickst und den Baum im Garten siehst. Ah ja, du kannst den Garten und den Baum sehen. Deshalb klingen Zen-Reden immer so mysteriös. Aber es ist kein Mysterium. Der Zen-Meister fordert dich lediglich auf zu prüfen, ob du richtig siehst oder nicht. Bitte sag mir, was Buddha ist? Der Kugelschreiber. Bitte sag mir, was Buddha ist? Der Spiegel. Bitte sag mir, was die Wahrheit ist? Trink eine Tasse Tee. Und du kannst hören, was ich sage? Dann hast du es schon in dir. Das ist Buddha.

Was der Zen-Meister sagt, ist nicht wichtig. Du prüfst nur, ob du klar sehen kannst oder nicht. Das ist alles. Aber die Leute folgen den Worten. Viele Leute sagen: „Dein Englisch ist fürchterlich.“ Aber ich bin kein Englischlehrer. Wichtiger ist: Wer redet zu dir? Wer hört zu?

Ich werfe viele Steine (Worte). Der Hund wird den Worten folgen und sagen: „Ah, dein Englisch ist schrecklich“ oder „Das, was du jetzt sagst, macht Sinn, das hier nicht.“ Alle jagen den Worten (Steinen) hinterher. Aber der Meister (Löwe) wird der wahren Bedeutung folgen und mich direkt am Nacken packen. Das ist es, was ich will. Ich könnte auch koreanisch sprechen. Dann verstehst du nicht, was ich sage, aber du versuchst, dem zu folgen. Vielleicht ist das sogar besser, weil du es nicht verstehst. Vielleicht bewegt sich dein Verstand: Oh, ich muss den Worten folgen. Er bleibt aber dann sitzen, weil er nichts versteht.

Also, bleib bitte bei mir und jage nicht den Worten nach. Wenn du das lange Zeit tun kannst, dann, würde ich sagen, kommt schon der nächste Schritt. Das ist der Punkt. Aber das ist nicht einfach. Weil du nicht erwacht bist. Aber wenn du die ganze Zeit zuhörst und dem, der auf den Mond zeigt, folgst, dann wirst du eines Tages den wahren Mond sehen, nicht das Trugbild des Mondes.

Aber vergiss nicht: Wenn ich auf etwas zeige, sei es mit meinem Finger, mit meinem Fuß oder mit einem Kugelschreiber, dann ist das Instrument, das ich zum Zeigen benutze, unwichtig. Wichtig sind auch nicht mein Englisch und meine Worte (weil es nicht deine sind). Sondern wichtig ist: Wer ist? Was ist? Was ist es, auf das ich zeige? Was lässt mich sprechen, auch wenn ich koreanisch spreche und du es nicht verstehst? Was lässt mich sprechen? Dasselbe, jeder hat es. TOCK-TOCK. Es ist überall.

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