Erleuchtung ist... 5-3

 




Wir kennen den 6. Meister des Zen in China, Huineng. Er war 15 oder 16 Jahre alt, als er vor den Menschen davonlief. Auf seiner Flucht kam er einmal an einem Kloster vorbei. Weil ein großer Meister in dem Kloster lehrte, stand zu dessen Ehren ein Fahnenmast mit einer großen Fahne im Garten. Er sah zwei Mönche, die sich im Garten unterhielten. Einer der Mönche sagte zum anderen, indem er auf die Fahne zeigte: „Die Fahne bewegt sich.“ Und der andere Mönch erwiderte: „Nein, nein. Der Wind bewegt sich.“

Das gibt wieder, was wir normalerweise sehen. Unser Stil, zu denken. Ja oder Nein. Dies und das. Was wir sehen, was wir nicht sehen. Schwarz und weiß. Der eine sieht das, was wir normalerweise sehen: Die Fahne bewegt sich. Und der andere sieht, was wir nicht sehen: Nein, der Wind bewegt sich. Und dann kommt Huineng vorbei und er sagt zu ihnen: „Nein, euer Geist bewegt sich.“ Die drei Worte – Fahne, Wind und Geist – sind alles dasselbe. Ich kann das nicht gut erklären. Du wirst es klar verstehen, nachdem du erleuchtet bist. Jetzt ist es schwierig.

Eines kannst du deutlich sehen, das andere nicht deutlich. Weiß und schwarz. Aber immer haben wir einen leeren Hintergrund oder ein Whiteboard. Huineng redete von dem, was jenseits von ja und nein, weiß und schwarz, Engel und Teufel ist.

Darum: TOCK-TOCK. Das ist es. Jeder hat es. Wie einfach. TOCK-TOCK. Das ist alles. Nur das. Da ist kein weiteres Futter für dein Ego, um darüber nachzudenken. Das ist Buddha, das ist die Wahrheit, das ist das, wonach du dein ganzes Leben lang suchst.

TOCK-TOCK. Das ist Zen. Das ist direktes Lehren. Das ist pur. Nichts zu verstecken.

Einige Menschen schmücken das mit Fantasien aus. Deshalb denken einige, wahre Zen-Meister und Erleuchtete müssten sich in einer Höhle verstecken und dort hart trainieren. Nein, es ist so offen. TOCK-TOCK. Viele haben so schon Erleuchtung erlangt. Das ist tatsächlich der beste Weg, zu lehren. Nachdem du Erleuchtung hast, kannst du alles erklären. Weil dir dadurch wahre Weisheit zuströmt. Nicht in dem Sinne, dass du sagst: „Nun weiß ich alles.“ Nein, das ist von außen.

Wenn du also meine Worte benutzt, um anderen das zu erklären, dann sind das tote Worte. Weil es nicht deine eigenen Worte sind. Du hast sie von mir übernommen.

Aber dies ist eine Weisheit, die jeder schon hat. Nicht nur ich. Was du also tun musst ist: Öffne die Bibliothek. Was wir haben. Wir werden damit geboren. Wir müssen das nicht extra lernen.

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